Die verschiedenen Überwachungstechniken ermöglichen es dem Arbeitgeber, seine Angestellten jederzeit zu beaufsichtigen. Das Schreckensszenario der ständigen Kontrolle ist also längst zur Realität geworden. Die Möglichkeiten, an denen sich der Chef dabei bedienen kann, sind grenzenlos. Ganz gewöhnliche Varianten stellen dabei die Audioüberwachung und Videoüberwachung dar. Die speziellen Überwachungsgeräte können mit dem Motiv des Diebstahlschutzes installiert werden und bringen den Nebeneffekt mit sich, dass auch die Mitarbeiter innerhalb der Arbeitsräume ständig beobachtet werden. Für den Arbeitnehmer bringt das die Tatsache mit sich, dass negative Bemerkungen über den Chef nicht mehr im Verborgenen bleiben. Als Kündigungsgrund können beleidigende Äußerungen aber nur verwertet werden, wenn die betroffene Person von der Abhörung wußte. Eine geheime Audioüberwachung kann also das gute Verhältnis mit dem Chef, nicht aber den Arbeitsplatz gefährden.

Im Allgemeinen ist eine Audioüberwachung bzw. Videoüberwachung nur erlaubt, wenn sie mit einem konkreten Verdacht begründet wird. Anderenfalls verletzt solch eine Überwachung das Persönlichkeitsrecht und ist daher unzulässig. Doch dieser Schutz garantiert dem Arbeitnehmer keine Sicherheit. Schließlich sind die Tarnungsmöglichkeiten so herausragend, dass eine Aufnahmequelle nur in den seltensten Fällen entdeckt werden kann. Was sollte den Arbeitgeber also davon abhalten, trotz der Gesetzeslage eine Überwachung der Mitarbeiter durchzuführen?   

Neben der Aufzeichnung von Bildern und Tönen gibt es auch noch diverse weitere Varianten, mit denen sich der Arbeitnehmer über das Verhalten seiner Angestellten informieren kann. So ist es zum Beispiel ohne weiteres möglich, eine Überwachungs – Software auf dem Computer eines Mitarbeiters zu installieren. Dieses Programm tätigt eine visuelle Aufzeichnung und gibt dem Chef dadurch Auskunft, welche Tätigkeiten an dem betreffenden PC stattgefunden haben. Hat der Angestellte also eine private E-Mail an seine Freundin verschickt, wird der Arbeitnehmer auch über den Inhalt dieser Nachricht informiert sein. Privatsphäre am Arbeitsplatz? Fehlanzeige. Der Chef weiß alles.

Doch die Überwachungen beschränken sich keineswegs nur auf den Arbeitsplatz. Besteht zum Beispiel der Verdacht, dass sich ein Mitarbeiter des öfteren im gesunden Zustand krankmeldet, kann ein Detektiv mit der Observation der betreffenden Person beauftragt werden. Sollte diese Ermittlung den schlimmen Verdacht bestätigen, kommt es für den Arbeitnehmer ganz dicke. Er verliert nämlich nicht nur seinen Arbeitsplatz, sondern muss auch die Kosten für den Detektiv übernehmen. Zu solch einem Fall kam es zum Beispiel im Jahre 2001 in Rheinland-Pfalz. Damals mußte der entlarvte Arbeitnehmer die kompletten Detektiv Kosten übernehmen, die sich im Gesamten auf knapp 2000 Euro beliefen. Dies entschied zu jener Zeit das Landesarbeitsgerichts in Mainz.