Wer kennt das nicht, man kauft irgendwo etwas im Online Shop oder stellt einfach nur eine Frage per E-Mail an einen Händler, schon bekommt man, ohne jede Einwilligung, regelmäßig den Newsletter oder andere Werbe-Mails dieser Firmen.  Nach einem am Montag veröffentlichten und inzwischen rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts München sind derartige Mails eine „unzumutbare Belästigung“, d.h man kann rechtlich dagegen vorgehen. Ein einmaliger E-Mail-Kontakt dient also nicht als Einwilligung für regelmäßige Werbemails.

Für den Kunden ist das ein gutes Urteil, er kann in Zukunft gezielter gegen Spam vorgehen und hat das Recht im Rücken. Ob sich viele an diese Verordnung halten, darf bezweifelt werden. Einige werden jedoch nicht wegen einer Werbemail einen Rechtsstreit provozieren wollen. Große Unternehmen werden sich diese Entscheidung also zu Herzen nehmen.

Ist man allerdings selbst ein kleiner Unternehmer, für den jeder Kundenkontakt wertvoll ist, kann einen dieser Rechtsspruch empfindlich treffen. Denn schon mancher ist erst Kunde geworden, nachdem er einen Newsletter erhalten hat, obwohl er vorher nicht explizit darum gebeten hat. Und nicht jeder potientielle Kunde stört sich daran bzw. er kann sich ja auch einfach abmelden. Für solche Unternehmer wird es nicht leicht abzuwägen, ob sie trotzdem weiter diese Werbemails verschicken oder nicht.